Jul 172012
 

Das folgende, ausgedachte Interview mit den Vertretern der PARTEI an der Universität Bremen war für das UNI-Magazin bestimmt, konnte aber aus Gründen nicht dort untergebracht werden. Es erscheint daher Top-Exklusiv an dieser Stelle.

Wie genau empfindet ihr das Verhältnis zu der Partei Die PARTEI?

Es ist ein mütterliches Verhältnis, das wir pflegen, wahrlich. Unsere Landesmama Flauschee ist die einzige und erste Landesmama der Partei Die PARTEI seit Kriegsende, sonst nur Kerle. Geht’s uns mal schlecht, finden wir in ihren Armen Trost. Unser PARTEIvorsitzender Martin Sonneborn hat uns auf seiner Facebookseite mehrfach lobend erwähnt, was uns etwa hundert Millionen Seitenaufrufe zusätzlich eingebracht hat. Man liebt uns und ich möchte behaupten, das beruht auf Gegenseitigkeit.

Immer wieder werden wir gefragt, ob wir das ernst meinen.

Wie viel Spielraum gebt ihr Euch selber zur Linie der Partei?

Wir wollen ehrlich sein zum Leser: Die BundesPARTEI hat jedem von uns ‘nen Fuffi und ‘nen Zettel mit alten Gags von Sonneborn zugesteckt, uns ein Megaphon und drei PARTEI-Planen geliehen – und das haben wir dann bunt durcheinandergemischt und den Leuten als Wahlkampf verkauft. Es hat geklappt, aber wir waren ja auch nur auf dem Boulevard unterwegs, um den halb verhungerten Teilnehmern des mörderischen Bachelor-Master-Systems unsere Botschaft in die erschöpften Hirne zu pflanzen. Fazit: wir marschieren nüchtern wie der Papst vor dem Abendmahl schnurgerade die Linie unserer MutterPARTEI entlang.

Würdet ihr Mitglieder anderer Parteien in eurer Liste dulden?

Wir betreiben ein aktives und sehr erfolgreiches Aussteigerprogramm, das besonders bei den JuLis, den JuSos und dem Ältestenrat der CDU in Bremerhaven auf großes Interesse stößt. Wir haben ein Zeugenschutzprogramm, das wir dem Verfassungsschutz geklaut haben, als der Uni-Rektor seine Bürotür nicht abgeschlossen hatte. Im Prinzip darf also jeder in unsere Liste, vorausgesetzt er schwört zuvor den Eid auf die extreme Mitte, dass er außer Martin Sonneborn nichts in der „ZDF heute show“ witzig findet und sein Leben und seine Familie aufgeben würde, um der Partei Die PARTEI zu dienen.

Wo sind die Vor- und Nachteile eurer Zusammenarbeit mit der Partei?

Einige Vorteile haben wir ja schon beschrieben. Ein weiterer ist, dass uns unser Bundesverband nicht mit finanziellen Zuwendungen belästigt, weshalb wir unsere Finanzverwaltung Gott sei Dank vernachlässigen können. Wir haben aber schon ein Schwarzgeldkonto in der Schweiz, auf das wir zeitnah den AStA-Etat verschieben werden.

 Veröffentlicht von am 20:22
Jul 022012
 

Dem Morgengrau entgegen

Wie wir nun berichten können, hat die PARTEI Hochschulliste bei den letzten SR-Wahlen der Uni-Bremen mit 7.7% der abgebenen Stimmen einen deutlichen Regierungsauftrag erhalten und ist nun mit Kevin und Swantje im Studierendenparlament vertreten. Da die bisher alleinregierenden Listen “AStA für Alle” (AfA) und “Campus Grün” abgewirtschaftet haben und daher über keine eigene Mehrheit verfügen, wurde in zähen Verhandlungen die erste Grau-Grün-Rote Koalition (“Fabenblindenampel”) in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland gebildet. Unsere PARTEI Vertreter haben sich den Posten eines stellvertretenden SR-Präsidenten, sowie das TrÖffi-Referat (Transparenz und Öffentlichkeit) unter den Nagel gerissen und werden sich nun überlegen was sie damit anstellen.

RCDS zeigt keinen Respekt vor dem Willen der Wähler.

Der RCDS hat in einer Presseerklärung die Neubildung des AStA unter Einbeziehung einer “Spaßpartei” die “bislang keinen einzigen ernsthaften Vorschlag [...] gemacht hat” kritisiert. Wir weisen diese Kritik als unpasssend und undemokratisch zurück. Wenn die Wähler eine Liste an der Macht hätten sehen wollten, die keine ernsthafte Vorschläge macht, dann hätten sie ja wohl den RCDS gewählt. Wenn aber nun unsere Wähler nun mal mit dem ICE zur Mensa fahren oder ihre Prüfungen mit Hamstersitting bestehen wollen, dann hat man das gefälligst zu respektieren in einer Demokratie.

 Veröffentlicht von am 18:42